Jahrestag der Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald
Mitglieder des RFB nahmen die von der GRH gebotene Gelegenheit wahr, am Sonntag, dem 17. April 2011, an der Gedenkveranstaltung der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald – Dora e. V. anlässlich des 66. Jahrestages der Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald auf dem Ettersberg teilzunehmen.
Die Veranstaltung war ausdrücklich der besonderen Würdigung des „Arztes von Buchenwald“ Walter Krämer gewidmet.
Diese ausdrückliche Würdigung war von der Lagerarbeitsgemeinschaft an diesem Tage geplant worden, da sich die Stadt Siegen im Siegerland, dem Geburtsort von Walter Krämer, seit Jahren den Bemühungen einer breiten Bürgerbewegung in der Stadt widersetzt, Walter Krämer die ihm als antifaschistischen Widerstandskämpfer gebührende Achtung und Ehrung entgegen zu bringen.
Aus der Stadt Siegen waren zahlreiche Bürger angereist, um durch ihre Teilnahme an der Würdigung des standhaften, antifaschistischen Mitbürgers, der wie viele andere Antifaschisten auch heimtückisch von den faschistischen Schergen ermordet wurde, ihre Solidarität zu bekunden.
Die festlichen Stunden wurden durch die Darstellung des Lebensweges von Walter Krämer durch Siegener engagierte Bürger und Beiträge aus dem Publikum würdig gestaltet.
Einen Höhepunkt bildete die kurze Ansprache des Präsidenten des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora, des ehemaligen Häftlings Bertrand Herz. Er nannte auch im Zusammenhang mit der Rolle des organisierten Kampfes gegen die faschistischen Machenschaften Ernst Thälmann.
Dieter Dehm bildete mit klug ausgewählten Brecht-Liedern und sehr aktuellen Meinungsäußerungen zur Notwendigkeit einer geschlosseneren Politik linker Kräfte gegen die Reaktion einen schönen Abschluss dieser Veranstaltung.
Auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ fand anschließend das Gedenken des Internationalen Komitees Buchenwald – Dora und Kommandos statt. Hier sprach Bertrand Herz und für die Sinti und Roma, Herr Rose.
Bertrand Herz würdigte an dieser Stelle insbesondere die Selbstbefreiung der Häftlinge und wandte sich, wie bereits die Redner auf der Gedenkveranstaltung für Walter Krämer, entschieden gegen alle Versuche, diese Tatsache herabzuwürdigen oder zu verfälschen. Er hob den herausragenden Anteil der Roten Armee und der Sowjetunion im Bündnis mit den Alliierten an der Befreiung nicht nur von KZ sondern ganz Europas von der faschistischen Schreckensherrschaft hervor.
In beiden Veranstaltungen wurde mit Nachdruck die Forderung wiederholt, auch in der BRD endlich dafür zu sorgen, dass der Schwur von Buchenwald erfüllt wird. Verwiesen wurde auf die unerträglichen Erscheinungen des sich immer unverholener zeigenden Faschismus in immer mehr Mitgliedsländern der EU, jüngst erst wieder in abscheulicher Form mit dem Mord an Roma in Ungarn.
Der Schwur von Buchenwald:
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.
(Aus dem Schwur vom 19. April 1945)
ist heute so aktuell, wie vor 66 Jahren! Das muss alle friedliebenden und antifaschistischen Menschen zu gemeinsamen Handeln vereinen.
Am Krematorium, in dem eine Gedenktafel für Walter Krämer enthüllt wurde, fand mit einer kleineren Gruppe vor der Gedenktafel für Ernst Thälmann noch eine spontane Willenskundgebung statt, die ganz im Sinne der Kommunistischen Initiative (Gera) den Zusammenschluss aller wirklich linken Kräfte zur heute so notwendigen Aktionseinheit unterstrich.
Die Gedenkveranstaltungen zum 66. Jahrestag der Selbstbefreiung waren ein würdiger Beitrag im Kampf um Frieden, gegen imperialistische Kriege und für den Zusammenschluss gegen neue faschistische Umtriebe.
Die Geschichte lehrt: Antifaschisten und Gleichgesinnte dürfen sich nicht erst vereinigen, wenn sie gemeinsam hinter Gittern sitzen, sondern vorher!
Karl-Heinz Wendt
Mitglied des Vorstandes des Revolutionären Freundschaftsbundes e. V. (RFB)